Sackstich

Aus einem Kreuzschlag mit zwei parallel geführten Seilsträngen geht der Sackstich hervor. Dabei kann ein Sackstich gelegt oder gesteckt werden.


Gelegter Sackstich

Gelegter Sackstich Einen gelegten Sackstich erhält man, indem man das Seil im Doppelstrang verwendet und einen Kreuzschlag (siehe Abbildung) knüpft.
Soll das Seil mit dem gelegten Sackstich an etwas befestigt werden, so kann nachträglich ein Schraubkarabiner in die Schleife des Sackstichs eingefädelt werden. Diese Vorgehensweise stellt auch eine gängige Anseilmethode auf Gletschern dar, da bei einer notwendig werdenden Spaltenbergung das Lösen vom Seil sehr schnell und einfach möglich ist. Außerdem werden auf Gletschern kurze Sackstichschlingen zwischen den Seilpartnern in das Seil geknüpft (Bremsknoten), um die Mitreißgefahr bei Spaltenstürzen zu mindern.


Gesteckter Sackstich

Der wesentliche Unterschied zwischen einem gelegten und gesteckten Sackstich liegt darin, dass bei der gesteckten Ausführung der zu befestigende Gegenstand (Karabiner, Anseilschlaufe des Klettergurtes) bereits während des Knüpfens eingebunden werden kann. Wie untenstehende Abbildung zeigt, wird zuerst ca. 1m vor dem Seilende ein Kreuzschlag in das Seil geknüpft. Das lose Seilende kann dann durch die einzubindende Schlaufe gefädelt werden. Nun fährt man mit dem Seilende den Knoten in umgekehrter Richtung nach. Dabei ist darauf zu achten, dass die Seilstränge möglichst parallel verlaufen, da der Knoten dann besser hält. Um ein versehentliches Öffnen des Knotens zu verhindern, darf das aus dem Knoten ragende Seilende eine Länge von 10 mal Seildurchmesser (bei einem handelsüblichen Einfachseil ca. 10 cm) nicht unterschreiten.

Gesteckter Sackstich in Tropfenform
Gesteckter Sackstich in Tropfenform (Einbindeknoten)

Ist das Seilende zu lang, so kann es durch wiederholte halbe Schläge oder einen Kreuzschlag um das Lastseil herum verkürzt werden und zusätzliche Sicherheit gegenüber unbeabsichtigtes Lösen des Knotens bieten. Dieses Vorgehen stellt eine gängige Methode zum Einbinden eines Kletterers in das Seil dar, wobei der Sackstich etwas kompakter als der Achterknoten ausfällt. Nach einer Sturzbelastung ist der Achterknoten jedoch einfacher zu lösen.
Je nachdem, an welcher Seite des Kreuzschlages man mit dem Nachfahren beginnt, erhält man einen Sackstich in Tropfenform (bei umgekehrter Richtung) oder in Ringform (bei gleicher Richtung). Der unten dargestellte, gesteckte Sackstich in Ringform wird auch zum Knoten von Bandschlingen (dann Bandschlingenknoten genannt) oder zum Verbinden zweier Seile (z.B. beim Abseilen) verwendet.

Gesteckter Sackstich in Ringform (Bandschlingenknoten)
Gesteckter Sackstich in Ringform (Bandschlingenknoten)

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